13
May
Autor: Anina Sutter - Kategorie: EM
Wirklich Neues gab es nicht, als Köbi Kuhn sein EM-Kader bekannt gab. So ist es auch nicht überraschend, dass der ehemalige FCZ-Spieler Berlim Dzemaili nicht aufgeboten wurde.
Das vorläufige Kader der Schweiz an der Europa-Meisterschaft
Tor: Diego Benaglio, Fabio Coltorti, Pascal Zuberbühler
Verteidigung: Valon Behrami, Philipp Degen, Johan Djourou, Mario Eggimann, Stéphane Grichting, Stephan Lichtsteiner, Ludovic Magnin, Patrick Müller, Philippe Senderos, Christoph Spycher, Steve von Bergen
Mittelfeld: Tranquillo Barnetta, Ricardo Cabanas, Gelson Fernandes, Daniel Gygax, Benjamin Huggel, Gökhan Inler, Hakan Yakin, Johan Vonlanthen
Sturm: Eren Derdiyok, Alex Frei, Blaise Nkufo, Marco Streller
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05
Feb
Autor: Hans - Kategorie: EM, News
Heute Mittag ist die Entscheidung in der Torhüterfrage in der Schweizer Nationalmannschaft fürs Erste gefallen. Nationaltrainer Köbi Kuhn hat Diego Benaglio für das morgige Länderspiel gegen England aufgestellt und ihn damit als seine Nummer 1 für die EM 2008 nominiert. Kuhn entscheidet sich somit gegen seinen langjährigen Stammtorhüter Pascal Zuberbühler und für die Jugend.

Benaglio bei einem Länderspiel
[Bildquelle: news.ch]
Köbi Kuhn hatte sich nach eigenen Aussagen Ende letzten Jahres definitiv entschieden, wer seine Nummer 1 für die EM werden sollte. Vieles hatte auf Pascal Zuberbühler hingedeutet, der an der WM 2006 bis auf das Penaltyschiessen gegen die Ukraine ohne Gegentor geblieben war, doch schlussendlich kam alles anders. Kuhn hat den Jüngste im Bunde ausgewählt um an der EM im eigenen Land das Schweizer Tor zu hüten. Der 24-Jährige Benaglio hatte erst kürzlich seinen Wechsel in die Bundesliga zum Vfl Wolfsburg vollzogen und damit vielleicht Köbi Kuhn den letzten Anstoss zur Entscheidung gegeben. Der Nationaltrainer begründete seinen Entscheid folgendermassen: “Ich will mehr auf die Jugend setzen. Diego hat international viel Erfahrung sammeln können. Und obwohl er noch jung ist, strahlt er schon viel Ruhe aus.” [Quelle: Heute] Kuhn schlägt damit ähnliche Töne an wie Felix Magath, Benaglios Trainer bei Wolfsburg, der ebenfalls die Ruhe und Ausstrahlung des noch jungen Torhüters besonders hervorgehoben hatte. Wie die Konkurrenten Benaglios, Zuberbühler und Fabio Coltorti, die Entscheidung aufgefasst haben, kann man bisher nicht genau sagen, doch Kuhn hat durchblicken lassen, dass vor allem der ehrgeizige Zuberbühler sehr enttäuscht war, da er gehofft hatte seine Karriere mit der Heim-EM als Höhepunkt zu beenden. Köbi Kuhn hat jedoch auch erneut betont, dass diese Nominierung kein Freipass für Benaglio sei und dass er sich nicht allzu viele Fehler erlauben dürfe, da es sich die Schweizer Nationalmannschaft nicht leisten kann mit einem verunsicherten Torhüter die EM zu bestreiten.
Mutige Entscheidung
Meiner Meinung nach hat Köbi Kuhn mit der Nominierung Benaglios eine sehr mutige und auch gewissermassen unerwartete Entscheidung getroffen. Der Nationaltrainer war in der Vergangenheit nicht gerade bekannt dafür langjährige Leistungsträger einfach so fallen zu lassen (das Beispiel Johann Vogel war ein erster Widerspruch dieser Einschätzung). Wenn man aber etwas genauer hinschaut, kommt die Entscheidung nicht so überraschend wie man im ersten Moment glaubt. Benaglio hat in Portugal über einen langen Zeitraum konstant sehr solide Leistungen erbracht und hatte nur das Pech, dass die portugiesische Liga hierzulande kaum Aufmerksamkeit geniesst. Das hat sich aber mit dem Wechsel zu Wolfsburg, wo er einen überaus geglückten Einstand feierte, geändert. Benaglio galt allgemein als der talentierteste des Trios und kriegt nun eine Chance den Lorbeeren gerecht zu werden. Pascal Zuberbühlers Zeit war wohl in Köbi Kuhns Augen definitiv abgelaufen, worin ich den Nationaltrainer nur bekräftigen kann. Der lange Thurgauer hätte nach der WM 2006 seine Nationalmannschaftskarriere auf dem Höhepunkt beenden sollen. Gegen Fabio Coltorti sprach die Unregelmässigkeit seiner Einsätze. Dank der Verletzung des Stammgoalies von Santander kam er zwar in den letzten Wochen regelmässig zum Einsatz, doch sobald die Nummer 1 des spanischen Vereins wieder zurückkehrt, wird Coltorti voraussichtlich wieder auf der Bank Platz nehmen müssen und Kuhn hat von Anfang an betont, dass nur zur EM fährt, wer im Verein auch spielt. Und da Köbi National die Verjüngung der Mannschaft in seiner Amtszeit intensiv vorangetrieben hatte, war es nur konsequent, dass er diese Entwicklung endlich auch auf dem Torhüterposten vollzog. Diego Benaglio gehört die Zukunft und er kann, wenn die Umstände es so wollen, noch viele Jahre Stammgoalie der Nationalmannschaft sein. Den Anfang einer grossen Nati-Karriere macht hoffentlich die Europameisterschaft kommenden Sommer.
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05
Feb
Autor: Hans - Kategorie: EM, News
Wie die Presse gestern berichtete, wird Ottmar Hitzfeld mit grösster Wahrscheinlichkeit - wie von vielen erwartet - nach der Europameisterschaft 2008 die Schweizer Fussballnationalmannschaft übernehmen. Die Verbandsspitze soll sich am Sonntag in den entscheidenden Punkten mit Hitzfeld einigen haben können.

Hitzfeld winkt den Fans zu
[Bildquelle: Swissinfo]
Nach viel Spekulation und Ungewissheit scheint die Zukunft der Schweizer Nati nach der Europameisterschaft, was den Trainer angeht, nun gesichert. Der deutsche Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld wird Nachfolger von Köbi Kuhn und wird versuchen die Schweiz an die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu führen. Der Vertrag ist zwar noch nicht endgültig unterzeichnet, doch die Verbandsbosse sind sehr zuversichtlich, dass sie die Nachricht bis Ende Monat definitiv bestätigen können. Hitzfeld ist momentan bei Bayern München tätig, wo jedoch schon lange klar war, dass er den Verein im Sommer wieder verlassen würde. Für den Lörracher gab es, wie er selber oft betonte, zwei Möglichkeiten: Einerseits die Schweizer Nationalmannschaft zu übernehmen und andererseits als TV-Experte bei Premiere zu arbeiten, wie er es schon von 2004-2007 während seiner Auszeit vom Trainerberuf getan hatte. Hitzfelds zukünftiges Engagement für die Schweiz ist ein klares Zeichen dafür, dass der 59-Jährige noch immer heiss auf Fussball ist.
Zur Person
Ottmar Hitzfeld ist am 12. Januar 1949 in Lörrach, nahe der schweizerischen Grenze geboren und hat auch dort Fussball spielen gelernt. Seine Profikarriere begann er 1970 beim FC Basel, wo er zwei Meistertitel gewann und im Jahre 1973 Torschützenkönig wurde. 1975 wechselte er in die 2. Bundesliga zum Vfb Stuttgart und war massgeblich am Aufstieg der Schwaben in die Bundesliga zwei Jahre später beteiligt. Nach seinen Jahren bei Stuttgart kehrte er in die Schweiz zurück, wo er für Lugano und Luzern spielte, bevor er 1983 seine Karriere als Spieler beendete. Seine ersten Stationen als Trainer waren der FC Zug, der FC Aarau und schliesslich GC, wo er zweimal nacheinander Schweizermeister wurde. Dank dieser Erfolge war auch als Trainer der Wechsel in die Bundesliga logische Konsequenz. Hitzfeld übernahm Borussia Dortmund und führte den Verein 1997 zum Champions League Titel. Ein Jahr darauf wurde er von Bayern München verpflichtet, wo er in 6 Jahren ganze 8 Titel holte (4-mal Meister, 2-mal Pokalsieger, 1-mal Champions League, 1-mal Weltpokal). Diese Titel machten ihn zu einem der erfolgreichsten Klubtrainer der Geschichte. Nachdem er dann 2004 von den Bayern entlassen wurde, nahm er sich eine Auszeit vom Trainerjob, die er aber 2007 beendete, um erneut Trainer des deutschen Rekordmeisters zu werden. Hitzfeld hat die Möglichkeit sein Palmarés als Klubtrainer diese Saison noch einmal zu erweitern, bevor er dann seinen ersten Anlauf als Nationaltrainer wagt.
Rosige Zukunft?!
Die Reaktionen auf die Verpflichtung von Hitzfeld sind allgemein sehr positiv. Stéphane Chapuisat, der jahrelang unter Hitzfeld in Dortmund gespielt hat, ist überzeugt, dass der Deutsche auch als Nationaltrainer Erfolg haben wird: “Hitzfeld weiss, wie man Spiele gewinnt.” [Quelle: Swissinfo] Zudem attestiert der Romand seinem ehemaligen Trainer einen grossen Ehrgeiz und einen sehr anständigen und respektvollen Umgang mit den Spielern. Ein kleines Problem könnte die Sprachbarriere darstellen, da Hitzfeld kein Französisch spricht, doch Michel Pont, bisheriger Assisten von Köbi Kuhn, wäre sicher bereit auch unter Hitzfeld Assistent zu bleiben und auch Hitzfeld hat angedeutet, dass er an einer Zusammenarbeit mit Pont interessiert ist. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Hitzfeld auf Verbandsebene gleiche Erfolge erzielen kann wie als Clubtrainer. In der Schweizerischen Nationalmannschaft kann er nicht darauf zählen, dass ihm für viele Millionen internationale Superstars wie Luca Toni oder Franck Ribéry zur Verfügung gestellt werden. Hier muss er mit dem Spielermaterial arbeiten, das gegeben ist. Es besteht jedoch grosse Hoffnung, dass Hitzfeld es schaffen sollte das durchaus vorhandene Potential, gerade der jungen Spieler, rauszukitzeln und auch die Schweizer Nati zum Erfolg zu führen. Ehrgeiz scheint noch genügend vorhanden zu sein, sonst hätte sich der Deutsche wohl zur Ruhe gesetzt und keine Nationalmannschaft übernommen…
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22
Jan
Autor: Hans - Kategorie: Bundesliga, News
Der Schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio wechselt per sofort in die Bundesliga zum VFL Wolfsburg. Der 24-Jährige, der bisher bei Nacional Funchal auf Madeira in Portugal gespielt hat, war der Wunschkandidat des Trainers Felix Magath.

Diego Benaglio dirigiert seine Abwehr
[Bildquelle: tsr.ch]
Diego Benaglio unterschrieb beim Bundesligaverein einen Vertrag bis 2012 und löst den Deutschen Simon Jentzsch als Nummer 1 ab. Dieser hat vom Verein eine Freigabe zum Wechsel erhalten. Benaglio kennt den Trainer des VFL Wolfsburg, Felix Magath, aus seiner Zeit als Ersatztorwart beim VfB Stuttgart, wo er von 2002-2005 spielte, und unter anderem von Magath trainiert wurde. Nun hat sich Magath an Benaglio erinnert und ihn als seinen neuen Stammtorwart für ca. zwei Millionen Euro Ablösesumme zum Elften der Bundesliage geholt. Magath ist überzeugt, dass sich Benaglio durchsetzen wird: “Er ist ein junger aber nicht unerfahrener Torwart, der hohes Potenzial besitzt. Diego kann und will nach vorne kommen, wie auch der VfL Wolfsburg.” [Quelle: vflwolfsburg.de]
Hoffnung auf erhöhte EM-Chancen
Benaglio hatte seit 2005 auf der Blumeninsel Madeira gespielt und gute Leistungen gezeigt. Jedoch ist die portugiesische bwin-Liga nicht sonderlich im europäischen Blickfeld und Benaglios Leistungen blieben in seinem Heimatland nahezu unregistriert. Durch den Wechsel erhofft sich der junge Torhüter nun erhöhte Chancen Stammtorhüter der Schweiz für die Europameisterschaft 2008 zu werden: “Ich freue mich riesig auf die Bundesliga. Nach dem Wechsel habe ich die Chance, mich mit Blick auf die EM im kommenden Sommer weiter zu verbessern.” [Quelle: swisstxt.ch] Benaglio kämpt mit Pascal Zuberbühler und Fabio Coltorti um den Platz im Tor und hat gegenüber seinen Kontrahenten natürlich den Nachteil, dass er weniger internationale Erfahrung besitzt. Benaglio bestritt bisher sechs A-Länderspiele und vermochte während seinen Einsätzen nicht immer restlos zu überzeugen. Der Wechsel nach Wolfsburg ist aber nun ein klares Signal an Nationaltrainer Köbi Kuhn, der sicher interessiert beobachten wird, wie sich Benaglio in der Bundesliga schlägt.
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04
Jan
Autor: Yves - Kategorie: Bundesliga, EM, News
Nun ist es definitiv. Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld verlässt den FC Hollywood auf Ende Saison. Zur Wahl stehen dem Lörracher ein lukrativer Expertenjob bei Premiere und das Amt des Schweizer Nati-Coaches. Der Job eines Nationaltrainers hat sich in den letzten Jahren jedoch gründlich verändert. Vom Posten eines verdienten Fussballtrainers zum Umsetzer einer vorgegebenen Fussballphilosophie.

Ist Ottmar Hitzfeld bereit, sich anzupassen? (Bildquelle: sport.sf.tv)
Früher war es ein Ehrenamt: Nationalcoach. Kaum ein junger, unerfahrener Trainer durfte sich ernsthafte Chancen auf diesen Prestigeposten ausrechnen, wenn er nicht gerade Beckenbauer hiess. So ein Amt war verdienten Clubtrainern um die 60 vorbehalten, welche auf dem Höhepunkt ihrer Karriereplanung angelangt waren. Spätestens seit Jürgen Klinsmann und Köbi Kuhn sind solche ungeschriebenen Gesetze obsolet.
Technischer Direktor bestimmt die Musik
Deutschland ist in dieser Hinsicht schon so weit vorgeschrieben, dass die Taktik im Vertrag festgeschrieben steht. Im Klartext: Jogi Löws Nachfolger ist vertraglich verpflichtet, offensiv zu spielen und mit Viererkette. Seit Jürgen Klinsmann nach der völlig verkorksten EURO 04 die völlig veralteten Strukturen beim DFB radikal modernisiert hat, verfolgen unsere nördlichen Nachbarn endlich eine einheitliche Philosophie innerhalb ihrer Auswahlteams. Von der U15 an wird eine einheitliche Taktik gespielt und die gleiche Philosophie vermittelt. Mittlerweile sorgt mit Matthias Sammer ein Sportdirektor für die richtige Umsetzung. Die Zeiten, in welcher jeder Auswahltrainer selber wurstelte, sind endlich vorbei.
Beim SFV bekleidet seit über zehn Jahren Hansruedi Hasler das Amt des Technischen Direktors. Er gilt als Vater der positiven Entwicklung der Nachwuchsnationalmannschaften, welche bis zur A-Nati durchgedrungen ist. Hasler erarbeitete ein einheitliches Konzept für die Juniorenauswahlen, welches in ganz Europa hoch geschätzt wird. Jeder einzelne Spieler hat das 4-4-2 sowie das blitzschnelle Kurzpassspiel verinnerlicht. Mit Köbi Kuhn übernahm im Sommer 2001 der erfolgreiche U21-Coach (u.a. Frei, Magnin, Cabanas) den Job als Nati-Trainer. Kuhn setzte diese Philosophie im zerstrittenen A-Team um, welches damals aus lauter Individualisten bestand. Das Resultat ist bekannt. Ausgerechnet Köbi, welcher davor noch nie eine grosse Klubmannschaft betreut hatte!

Hansruedi Hasler - Vater der SFV-Erfolge (Bildquelle: www.nzz.ch)
Welchen Deal handelt Lämmli aus?
Ernst Lämmli, als Stumpen rauchender Delegierter der Nationalmannschaft zuständig für die Köbi-Nachfolge, kennt Hitzfeld schon aus gemeinsamen, erfolgreichen FC Aarau-Zeiten Ende der 80er-Jahre. Verständlich, dass Lämmli seinen Freund Hitzfeld nur allzu gerne als neuen Nati-Coach präsentieren möchte. Doch wo liegt die finanzielle Schmerzgrenze? Bei den Bayern verdient Hitzfeld rund 5 Millionen Euro pro Saison, währenddem Kuhns Verdienst bei 750′000 Franken jährlich liegt. Lämmli ist gut beraten, nicht allzu hoch zu pokern. Mehr als 1,5 Millionen Franken wären nicht zu verantworten. Klar, Hitzfeld ist eine schillernde Figur, welche zweifelsohne für wesentlich mehr Medienpräsenz der Schweizer Fussball-Nati in Deutschland garantieren würde. Es bleibt jedoch fraglich, wie viele zusätzliche Werbemillionen der SFV dadurch generieren könnte.

Ist Stumpen-Lämmli für den Hitzfeld-Deal der richtige Mann? (Bildquelle: www.20min.ch)
Fussball hat sich enorm verändert
Die Entwicklung des Fussballs ist noch lange nicht ausgereizt. Besonders im sportmedizinischen Bereich gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Dies hat die Zusammenarbeit von Jürgen Klinsmann mit dem US-Fitness-Guru Mark Verstegen eindrücklich bewiesen. Solch neuen Ansätze werden von den Alt-Stars am Anfang reflexartig belächelt. Ein stetes Reizthema ist der Sportpsychologe. Für Trainer aus Hitzfelds Generation ein rotes Tuch. Oft ist es für sie völlig unverständlich, weshalb Bewährtes aus ihrer eigenen Karriere plötzlich nicht mehr Gültigkeit haben sollte.
Die heutige Spielergeneration ist jedoch kaum vergleichbar. Die aktuellen Spieler brauchen eine andere Behandlung wie noch vor 20 Jahren. Ob man dies nun einsieht oder nicht. Hitzfeld hat in seiner zweieinhalbjährigen Pause bewiesen, dass er auch im hohen Alter noch lernwillig ist und moderne Ansätze (Fitness, Taktik) in die Trainingsgestaltung seiner Bayern einfliessen lässt. Von diesem Aspekt her, würde Hitzfeld das Anforderungsprofil her klar erfüllen.
Skeptischer bin ich hingegen bei seinem Umgang mit jungen Spielern. Hitzfeld neigt dazu, eher auf verdiente Routiniers zu setzen und Junge auf der Bank schmoren zu lassen. Als Schweizer Nationaltrainer wäre dies jedoch fatal. Frei, Magnin, Streller und Eggimann sind die einzigen Feldspieler unter Jahrgang 1983, welche für die WM 2010-Kampagne etwas im Nationalteam verloren haben.
Hitzfeld wünschenswert, aber…
.. nicht um jeden Preis
… nur unter der Bedingung, dass er die Hasler’sche Philosophie weiterverfolgt
… nur, wenn er konsequent auf Junge setzt und keine Altstars (Celestini, Huggel, Cabanas, Wicky, Müller) aufbietet. Lieber unbekümmerte Offensiv-Power und Hochgeschwindigkeits-Kurzpassspiel als internationale Erfahrung.
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03
Dec
Autor: Donat - Kategorie: EM, News
Die Gruppeneinteilung zur EM 08 in Österreich und der Schweiz bieten attraktive Gruppen und spannende Spiele. Hier eine Einschätzung der Lage zum jetzigen Zeitpunkt.

Die Nationaltrainer der Mannschaften aus Gruppe A mit der Trophäe (Brückner, Terim, Scolari, Kuhn v.l.)
[Bild: SF.Sport.tv]
Gruppe A
Schweiz / Tschechien / Portugal / Türkei
Die Schweiz hat keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, die ihr zugelosten Teams liegen durchaus im machbaren Bereich, besonders wenn man bedenkt, dass die Schweizer in der Gruppenphase drei Heimspiele in Basel austragen können. Aber es braucht jedoch gegen jeden Gegner eine gute Leistung der ganzen Mannschaft um bestehen zu können. Ein Zusatzeffort wäre besonders im Eröffnungsspiel gegen die Tschechen sehr wichtig, denn mit einem positiven Resultat im Rücken (also mindestens ein Unentschieden) könnte man die anderen Spiele gelassener in Angriff nehmen. Die Tschechen stellen voraussichtlich auch den stärksten Gruppengegner, denn sie haben von den drei Kontrahenten die solideste Qualifikation gespielt und sich mit Deutschland früh und klar durchgesetzt. Portugal spielte da relativ unkonstant, liess vor allem auswärts Punkte liegen und konnte sich erst im letzten Spiel mit einem 0:0 gegen Finnland den zweiten Platz sichern, den die Skandinavier sonst geerbt hätten. Die Türkei hatte einen üblen Durchhänger bei Qualifikationshälfte (u.A. 2:2 bei Malta), schaffte mit einem 2:1 in Norwegen aber noch die Trendwende, mit einem Heimsieg hätten sich die Norweger qualifiziert.
Gruppe B
Österreich / Kroatien / Deutschland / Polen
Wären wir Österreicher, würden wir uns sicher auch Chancen auf den zweiten Platz hinter Deutschland ausrechen, auch wenn die österreicherische Nationalmannschaft in den Freundschaftsspielen nicht so gute Resultate erzielen konnte wie die Schweizer Nati. Die anderen drei Teams sind aber doch stärker einzuschätzen als unsere östlichen Nachbarn. Deutschland als einer der „ganz Grossen“ durfte wohl das Rennen machen, vor allem wenn sie ihr Potential und ihre Erfahrung ausspielen können. Die anderen beiden Mitstreiter darf man aber keineswegs unterschatzen. Die Polen haben eine souveräne Qualifikation abgeliefert und wenn sie diesen „Flow“ bis im Sommer mittragen können, dann ist ihnen durchaus ein Exploit zuzutrauen. Die Kroaten haben die Ausscheidung auch gefahrlos überstanden und zu, Schluss sogar noch die Engländer zu Gunsten der Russen ausscheiden lassen. Das junge Team des jüngsten Trainers (Slaven Bilic, 39) überzeugte vor allem technisch.
Gruppe C
Niederlande / Italien / Rumänien / Frankreich
Was als Gruppe C zusammengelost wurde bezeichnet man zu Recht als Hammer- oder Todesgruppe. Für neutrale Zuschauer ein Augenschmaus, der in Schweizer Stadien von statten gehen wird, für die involvierten der „worse case“ schlechthin. Mit den beiden WM-Finalisten und Holland sind drei der ganz Grossen in einer Gruppe gelandet. Mindesten einer von ihnen wird die Gruppenphase nicht überstehen, soviel ist klar. Aber wer sich durchsetzten wird, das ist schwierig zu sagen. Frankreich und Italien standen sich schon in der Qualifikation gegenüber, nach dem Heimsieg Frankreichs (3:1) endete das Rückspiel torlos. Rumänien ist der klare „underdog“, aber auch den Osteuropäern sind durchaus Chancen einzuräumen, besonders weil sie im Vorfeld als Geheimtipp sogar auf den Titel gehandelt wurden.
Gruppe D
Griechenland / Schweden / Spanien / Russland
Die Gruppe ist sehr ausgeglichen, nimmt man die Qualifikation als Referenz, so sind die Titelverteidiger aus Griechenland leicht zu favorisieren, denn sie haben sich am souveränsten in ihrer Gruppe durchgesetzt und die höchste Punktzahl aller Teams erzielt. Schweden und Spanien, beide in derselben Quali-Gruppe, haben zwar beide ein starkes Kader, spielen aber bisweilen unkonstant. Vor allem den Iberern sagt man zusätzlich nach, dass sie an Grossanlässen nicht bestehen können. Aber diesen Sommer wollen sie einen neuen Anlauf nehmen, wie auch die Schweden, die erhöhten Ansprüchen gerecht werden wollen. Die Russen müssen sich steigern, denn eine Leistung wie sie sie in den letzten zwei Qualifikationsspielen abgeliefert haben (1:2 verloren in Israel, 1:0 in Andorra), wird in dieser Gruppe nicht für die ersten zwei Plätze genügen.
Links zum Thema:
Blog von LeMonde.fr / Ausführliche Berichterstattung auf ZDFonline
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