Rückblick auf die Hinrunde der Super-League
12 Dez
Autor: Pavel Matousek - Kategorie: Rückblick, Super League
Nach 18 Spieltagen wurde die Vorrunde der höchsten Schweizer Liga am letzten Wochenende beendet, Zeit ein erstes Fazit zu ziehen.
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Der FCB hat allen Grund zum jubeln.
[Bild: fc-basel.ch]
1. FC Basel
Der FCB führt die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an und ist damit Top-Favorit auf den Meistertitel. Bereits im ersten Spiel konnten die Basler Erzrivale Zürich bezwingen und legten somit den Grundstein für eine erfolgreiche erste Saisonhälfte. Carlitos, der während der laufenden Meisterschaft vom FC Sion übernommen wurde und Rückkehrer Streller, erwiesen sich als Glücksgriffe und waren massgeblich an den guten Leistungen der Bebbis beteiligt. Im weiteren überwintert der FCB im UEFA-Cup, und strebt am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Stade Nyonnais das Halbfinale des Swisscom-Cup’s an.
2. FC Zürich
So viele gewichtige Abgänge wie der FCZ musste wohl kein anderes Team zu Saisonbeginn verkraften. Neben vielen Leistungsträgern wie Margairaz, Dzemaili oder Inler verliess auch Trainer Lucien Favre die Letzitruppe, um sich bei Hertha Berlin in der Bundesliga zu beweisen. Nachfolger Bernard Challandes gelang es aber die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers weiterzuführen, und mit Chikhaoui gelang den Zürcher wohl der Top-Transfer der Liga. In den letzten drei Meisterschaftspartien wurden jedoch nur drei Punkte geholt. Diese magere Ausbeute liess den FCB davonziehen und YB aufschliessen. Erfreulicherweise ist der FCZ im Frühjahr ebenfalls noch international dabei, und im Swisscom-Cup trifft man im Viertelfinale auswärts auf den FC Thun.
3. BSCYB
Die Berner etablierten sich im ersten Tabellendrittel. Mit 33 Punkten hat man gleich viele Zähler wie der FC Zürich, womit Anspruch und Wirklichkeit so eng bei einander liegen wie noch nie seit dem Einzug ins neue Stadion. Mit sieben Siegen und zwei Unentschieden steht YB auf Platz eins der Heimtabelle, was sicher auch auf den Kunstrasen zurückzuführen ist. Zudem stellt man mit 43 Toren das treffsicherste Team der ganzen Liga. Bleibt weiterhin zu hoffen, dass es dem heimischen Fussballclub auch einmal gelingt sein eigenes Stadion zu füllen. In der UEFA-Cup Quali blieb man ohne Chance an Lens hängen. Nun erhoffen sich die Berner nach dem Kunstrasenduell in Neuenburg wenigstens noch im nationalen Cupwettbewerb zu verbleiben.
4. FC Aarau
Wohl die Überraschung der Hinrunde. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass der FCA zur Winterpause auf Rang vier der Tabelle steht und bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Barrage-Platz vorweist. In den letzten sechs Partien fuhr man zwölf Punkte ein, und schuf sich somit ein wichtiges Polster für die Rückrunde. Da werden die Verantwortlichen auch das Cup-Aus gegen den SC Kriens einigermassen verschmerzen können.
5. Neuchâtel Xamax
Der Aufsteiger fasste sofort Fuss in der obersten Spielklasse und erkämpfte sich dank konstant guten Leistungen einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Die Neuenburger verfügen über eine ausgeglichene Mannschaft die mit Gérard Castella von einem sehr guten Trainer betreut wird. Mit Rang sechs in der Heimtabelle wurde der Vorteil des Kunstrasens jedoch nicht optimal ausgenutzt. Im Swisscom-Cup Viertelfinale trifft man am Sonntag zu Hause auf YB.
6. FC Sion
Egal von wem der FC Sion trainiert wird, mehr als Mittelmass scheint nicht möglich. Die Champions-League Träume von Präsident Christian Constantin müssen auch weiterhin auf ihre Erfüllung warten. Bedenklich ist zu werten, dass die Walliser zum Teil ohne Schweizer in der Startformation spielten, und so einheimischen, talentierten Nachwuchsspielern einen Einsatz in der 1. Mannschaft fast verunmöglichten. Im UEFA-Cup scheiterte man am übermächtigen Galatasaray Istanbul, trotz einer kurzfristigen 3:0 Führung im Hinspiel. Weniger übermächtig schien Challange-League Vertreter Bellinzona, welcher über den FCS im nationalen Cup triumphierte.
7. GC Zürich
Mit dem siebten Rang kann man bei GC zur Winterpause ganz sicher nicht zufrieden sein. Zu viele Punkte wurden unnötig verschenkt, so machte sich der Nobelclub das Leben oftmals selber schwer. Drei Zähler Vorsprung auf den Barrage-Platz ist keine gute Ausgangslage für das kommende Frühjahr. Ausserdem sind die Hoppers und deren Anhänger ganz bestimmt nicht sonderlich angetan davon, ihre Heimspiele bis zur Fertigstellung des neuen Hardturms im ungeliebten Letzigrund austragen zu müssen. Im Swisscom-Cup scheiterten die Zürcher unglücklich am FC Basel, somit gilt nun die ganze Konzentration der Meisterschaft.
8. FC Luzern
Ohne einen einzigen Heimsieg beendet der FC Luzern die Vorrunde. Somit nahmen alle Gegner mindestens einen Punkt, von der früheren „Festung“ Allmend, mit nach Hause. Elf Unentschieden in 18 Spielen sind seit der Einführung der drei-Punkte Regel eindeutig zu viel um weiter vorne mitspielen zu können, da nützt den Innerschweizern auch die eher geringe Anzahl von nur fünf Niederlagen wenig. Ausser Davide Chiumiento vermochte kein Neuzugang zu überzeugen, und von den bestehenden Spielern verfügen zu wenige über Super-League Format. Der Vorjahresfinalist scheiterte zudem im Cup am Ligakonkurrenten Thun.
9. FC Thun
Die Thuner überwintern auf dem Barrage-Platz. Dies entspricht dem, was die Berner Oberländer im bisherigen Saisonverlauf gezeigt haben. Bleibt zu erwähnen, dass sich die Mannschaft von Réne van Eck, seit der „Sex-Affäre“ rund um ein 15-jähriges Mädchen, zumindest sportlich wieder gefangen hat. Jedoch erzielte der FCT in 18 Spielen nur gerade 17 Tore und verfügt somit über den schwächsten Sturm der Super-League. Im Viertelfinale des Swisscom-Cup’s trifft man im heimischen Lachen auf den FC Zürich.
10. FC St. Gallen
Mit vier Punkten Rückstand auf einen Barrage-Platz belegt der FC St. Gallen den letzten Platz in der Super-League. Auch die Entlassung von Rolf Fringer konnte die Mannschaft nicht wachrütteln. Bleibt abzuwarten ob Krassimir Balakov der richtige Trainer ist, um das Blatt in der Rückrunde noch zugunsten der Ostschweizer zu wenden. Hohe Heimniederlagen wie das 0:4 gegen Thun oder das 2:7 gegen YB, so wie 45 Gegentore und gerade mal drei Auswärtspunkte lassen nur wenig Zuversicht für die Zukunft aufkommen. Die Cup-Blamage gegen den unterklassigen FC Gossau war nur einer von vielen Negativhöhepunkten. Positiv ist einzig der Zuschauerschnitt von 9122 pro Spiel, mit solch einer Unterstützung als Tabellenletzter kann man wirklich von einem treuen Publikum sprechen.
































