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Der EM-Draw ist vollzogen

03 Dec

Autor: Donat - Kategorie: EM, News

Die Gruppeneinteilung zur EM 08 in Österreich und der Schweiz bieten attraktive Gruppen und spannende Spiele. Hier eine Einschätzung der Lage zum jetzigen Zeitpunkt.

Trainer Gruppe A
Die Nationaltrainer der Mannschaften aus Gruppe A mit der Trophäe (Brückner, Terim, Scolari, Kuhn v.l.)

[Bild: SF.Sport.tv]

Gruppe A

Schweiz / Tschechien / Portugal / Türkei

Die Schweiz hat keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, die ihr zugelosten Teams liegen durchaus im machbaren Bereich, besonders wenn man bedenkt, dass die Schweizer in der Gruppenphase drei Heimspiele in Basel austragen können. Aber es braucht jedoch gegen jeden Gegner eine gute Leistung der ganzen Mannschaft um bestehen zu können. Ein Zusatzeffort wäre besonders im Eröffnungsspiel gegen die Tschechen sehr wichtig, denn mit einem positiven Resultat im Rücken (also mindestens ein Unentschieden) könnte man die anderen Spiele gelassener in Angriff nehmen. Die Tschechen stellen voraussichtlich auch den stärksten Gruppengegner, denn sie haben von den drei Kontrahenten die solideste Qualifikation gespielt und sich mit Deutschland früh und klar durchgesetzt. Portugal spielte da relativ unkonstant, liess vor allem auswärts Punkte liegen und konnte sich erst im letzten Spiel mit einem 0:0 gegen Finnland den zweiten Platz sichern, den die Skandinavier sonst geerbt hätten. Die Türkei hatte einen üblen Durchhänger bei Qualifikationshälfte (u.A. 2:2 bei Malta), schaffte mit einem 2:1 in Norwegen aber noch die Trendwende, mit einem Heimsieg hätten sich die Norweger qualifiziert.

Gruppe B

Österreich / Kroatien / Deutschland / Polen

Wären wir Österreicher, würden wir uns sicher auch Chancen auf den zweiten Platz hinter Deutschland ausrechen, auch wenn die österreicherische Nationalmannschaft in den Freundschaftsspielen nicht so gute Resultate erzielen konnte wie die Schweizer Nati. Die anderen drei Teams sind aber doch stärker einzuschätzen als unsere östlichen Nachbarn. Deutschland als einer der „ganz Grossen“ durfte wohl das Rennen machen, vor allem wenn sie ihr Potential und ihre Erfahrung ausspielen können. Die anderen beiden Mitstreiter darf man aber keineswegs unterschatzen. Die Polen haben eine souveräne Qualifikation abgeliefert und wenn sie diesen „Flow“ bis im Sommer mittragen können, dann ist ihnen durchaus ein Exploit zuzutrauen. Die Kroaten haben die Ausscheidung auch gefahrlos überstanden und zu, Schluss sogar noch die Engländer zu Gunsten der Russen ausscheiden lassen. Das junge Team des jüngsten Trainers (Slaven Bilic, 39) überzeugte vor allem technisch.

Gruppe C

Niederlande / Italien / Rumänien / Frankreich

Was als Gruppe C zusammengelost wurde bezeichnet man zu Recht als Hammer- oder Todesgruppe. Für neutrale Zuschauer ein Augenschmaus, der in Schweizer Stadien von statten gehen wird, für die involvierten der „worse case“ schlechthin. Mit den beiden WM-Finalisten und Holland sind drei der ganz Grossen in einer Gruppe gelandet. Mindesten einer von ihnen wird die Gruppenphase nicht überstehen, soviel ist klar. Aber wer sich durchsetzten wird, das ist schwierig zu sagen. Frankreich und Italien standen sich schon in der Qualifikation gegenüber, nach dem Heimsieg Frankreichs (3:1) endete das Rückspiel torlos. Rumänien ist der klare „underdog“, aber auch den Osteuropäern sind durchaus Chancen einzuräumen, besonders weil sie im Vorfeld als Geheimtipp sogar auf den Titel gehandelt wurden.

Gruppe D

Griechenland / Schweden / Spanien / Russland

Die Gruppe ist sehr ausgeglichen, nimmt man die Qualifikation als Referenz, so sind die Titelverteidiger aus Griechenland leicht zu favorisieren, denn sie haben sich am souveränsten in ihrer Gruppe durchgesetzt und die höchste Punktzahl aller Teams erzielt. Schweden und Spanien, beide in derselben Quali-Gruppe, haben zwar beide ein starkes Kader, spielen aber bisweilen unkonstant. Vor allem den Iberern sagt man zusätzlich nach, dass sie an Grossanlässen nicht bestehen können. Aber diesen Sommer wollen sie einen neuen Anlauf nehmen, wie auch die Schweden, die erhöhten Ansprüchen gerecht werden wollen. Die Russen müssen sich steigern, denn eine Leistung wie sie sie in den letzten zwei Qualifikationsspielen abgeliefert haben (1:2 verloren in Israel, 1:0 in Andorra), wird in dieser Gruppe nicht für die ersten zwei Plätze genügen.

Links zum Thema:

Blog von LeMonde.fr / Ausführliche Berichterstattung auf ZDFonline

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