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Hoeness’ Wutausbruch gegen eigene Fans

19 Nov

Autor: Yves - Kategorie: Bundesliga

Anlässlich der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München kam es zu einem Eklat. Bayerns selbst ernannte “Abteilung Attacke” in Persona von Manager Uli Hoeness startete zum Fronalangriff. Diesmal war der Adressat jedoch niemand vom DFB, der DFL, vom SV Werder Bremen oder von der BILD-Zeitung. Honess wütete gegen die eigenen Fans!

“Was glaubt Ihr, wer Ihr seid?!?” schimpfte Bayerns Manager Uli Hoeness an der Jahreshauptversammlung Richtung eigener Fans. Diese hatten es gewagt, die Stimmung in der prunkvollen Allianz Arena zu kritisieren. Besonders wegen den vielen VIP’s sei in der Tiefgarage mehr los als im Stadion (”Mit dem Sektglas in der Hand gibt es keine Laola-Welle!”).


Uli Wüterich
(Bildquelle: www.sf.tv)

“Ihr seid für die Scheiss-Stimmung verantwortlich!” giftelte Hoeness zurück. “Dann müsst Ihr Euch einen Verein in der 3. Liga suchen! Mit Euren sieben Euro für die Südkurve lässt sich eben keine Allianz Arena für 340 Millionen Euro finanzieren!”

Unentschuldbarer Affront

Wie kann ein so erfahrener Manager die eigenen Fans so schäbig behandeln? Wie wirken solche Worte auf einen Bayern-Fan, welcher den letzten Euro für eine Eintrittskarte zusammenkratzen muss? Sicherlich ein brutaler und unentschuldbarer Affront.

Allianz Arena ist eine Networking-Plattform

Es versteht sich von selbst, dass die Einnahmen aus den Eintrittspreisen für einen Verein von der Grössenordnung des FC Bayern München nur noch Peanuts sind. Die modernen Fussballarenen mit ihren schmucken VIP-Logen dienen heutzutage als Networking-Plattform für die Wirtschaftsgrössen. Die Wartelisten sind ellenlang. Firmen sind bereit, hierfür exorbitante Preise zu bezahlen.

Am meisten Geld bringen die TV-Einnahmen

Die harten Fans hingegen bringen zwar nicht so viel bares Geld ins Haus, garantieren jedoch für die Attraktivität eines Vereins gegenüber den TV-Anstalten. Fürs Fernsehen sind heissblütige Fans tausendmal interessanter, wie Häppchen mampfende VIP’s aus der Wirtschaftswelt, welche nicht einmal zur C-Prominenz gehören. Mit Verlaub, Herr Hoeness: Sie sollten wissen, wie viel Kohle die TV-Einnahmen bringen….

Heterogene Bayern-Fans

Wie kann man jetzt noch Bayern-Fan sein? Bayern München war in der Tat noch nie ein Verein, welcher für seine stimmgewaltigen und kreativen Fans bekannt war. Zwar hat der FC Bayern München die meisten Fans in ganz Deutschland verteilt und am meisten Mitglieder, jedoch keine Fankultur. Die Fans sind zu heterogen und zu wenig organisiert. Im Vergleich zu Vereinen aus dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland gibt der FC Bayern München ein jämmerliches Bild ab.

Schwache lokale Fanszene

Das zeigte sich besonders im alten Olympiastadion an den Zuschauerzahlen während den Europacup-Spielen unter der Woche. Wenn der Gegner nicht gerade Manchester United oder Real Madrid hiess, verirrten sich keine 20′000 Zuschauer im weiten Rund. Die lokale Fanszene ist eben vernichtend klein. Den Fans aus ganz Deutschland war die Anreise unter der Woche unmöglich. In der Allianz Arena ist hingegen das Stadion der heimliche Star, ein Selbstläufer.

Lokale Bevölkerung liebt die kleineren Vereine

Die Stadt München ist in dieser Hinsicht nicht anders als Turin, Madrid oder Manchester. In all diesen Städten unterstützt die lokale Bevölkerung den kleineren Bruder der Grossklubs. Der durchschnittliche Münchner ist ein 60er, der Turiner ein Fan des AC Torino, die Madrilenen unterstützen Atletico und die Bevölkerung Manchesters supportet mehrheitlich die City.

Fazit: Grossklubs sind etwas für die Weltpresse. Wer Fankultur sucht, findet sie bei den kleineren Clubs.

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